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Themen: Kraftstoffe

Faktencheck HVO Diesel: HVO Meta-Studie 2025

Artikel vom 04. August 2026
Lesezeit: ca. 3 min

Eine wissenschaftliche Meta-Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW Saar) bündelt Daten, Messwerte und Forschungsergebnisse rund um HVO Diesel (HVO100). Der Faktencheck zeigt, welche Eigenschaften der paraffinische Dieselkraftstoff besitzt, warum er für Bestandsflotten relevant ist und welche Potenziale zur Minderung der Treibhausgasemissionen über den Produktlebenszyklus bestehen.

Im ROTH-Energie-Podcast erläutern Professor Thomas Heinze und Fachjournalist Wolfgang Kröger die wissenschaftlichen Hintergründe der HVO-Meta-Studie und ordnen die Ergebnisse ein.

Ergebnisse der HVO-Diesel-Studie

 

HVO100 ist ein paraffinischer Dieselkraftstoff nach EN 15940 mit hoher Cetanzahl und geringem Aromatengehalt. Die ausgewerteten Studien zeigen eine geringere Ruß- und Ablagerungsbildung im Vergleich zu fossilem Diesel. Dies kann sich abhängig von Motor und Einsatzprofil positiv auf Bauteilsauberkeit und Wartungsaufwand auswirken.

Bis zu 96 % geringere Treibhausgasemissionen über den Produktlebenszyklus möglich

HVO100 kann abhängig von Rohstoffbasis, Herstellungsverfahren und Lieferkette die Treibhausgasemissionen über den gesamten Produktlebenszyklus (Well-to-Wheel) gegenüber fossilem Diesel deutlich reduzieren. Die Verbrennung von HVO100 verursacht weiterhin CO₂-Emissionen.

Hohe Cetanzahl

Die Cetanzahl liegt bei mindestens 70, bei Diesel nach EN 590 bei mindestens 51. Die hohe Cetanzahl begünstigt eine kurze Zündverzugszeit und kann zu einem ruhigeren Verbrennungsverlauf, einem verbesserten Kaltstart und geringeren Verbrennungsgeräuschen beitragen.

30 bis 60 % geringere Rußpartikelemissionen

Der geringe Aromatengehalt beeinflusst die Verbrennung. Die ausgewerteten Studien zeigen unter den jeweiligen Prüfbedingungen eine geringere Ruß- und Ablagerungsbildung. Dies kann abhängig vom Einsatzprofil zu geringerem Wartungsaufwand beitragen.

Keine systematische Veränderung der Partikelgrößen

Ein häufig diskutierter Einwand lautet, dass HVO zwar weniger Partikel erzeugt, diese jedoch kleiner sein könnten. Die ausgewerteten Ergebnisse lassen keine systematische Verringerung der Partikelgröße durch den Einsatz von HVO100 erkennen.

Potenziell geringere Stickoxidemissionen

In den ausgewerteten Studien wurden bei einzelnen Motoren und unter bestimmten Betriebsbedingungen bis zu 35 % geringere Stickoxidemissionen gemessen. Bei anderen Motoren blieben die Werte vergleichbar oder fielen leicht höher aus. Die Ergebnisse hängen unter anderem von Motor, Betriebszustand und Abgasnachbehandlung ab.

Hohe Lagerstabilität

HVO100 weist eine hohe Lagerstabilität auf. Die tatsächlich erreichbare Lagerdauer hängt unter anderem von Produktqualität, Additivierung, Tankzustand und Lagerbedingungen ab.

Einsatz ohne motorseitige Umrüstung

HVO100 kann in geeigneten Tankanlagen sowie in Fahrzeugen und Motoren eingesetzt werden, die vom jeweiligen Hersteller für Kraftstoffe nach EN 15940 freigegeben sind. Die bestehende Infrastruktur kann in vielen Fällen weiter genutzt werden.

Hintergründe zur HVO-Diesel-Meta-Studie

Mit HVO100 können die Treibhausgasemissionen einer Flotte über den Produktlebenszyklus gegenüber fossilem Diesel reduziert werden. Die produktspezifische Treibhausgasminderung wird auf Grundlage der jeweiligen Nachhaltigkeitsnachweise dokumentiert. Die mögliche Berücksichtigung in Nachhaltigkeitsberichten oder Treibhausgasbilanzen richtet sich nach der jeweils angewendeten Bilanzierungsmethode.

Eine geringere Ablagerungsbildung kann abhängig von Motor, Einsatzprofil und Wartungskonzept den Reinigungs- oder Wartungsaufwand reduzieren. Erfahrungswerte aus einzelnen Fuhrparks zeigen wirtschaftliche Potenziale, sind jedoch nicht ohne Weiteres auf andere Flotten übertragbar.

In einzelnen Projekten wurden unter bestimmten Bedingungen Verbrauchsvorteile von bis zu acht Prozent festgestellt. Die Ergebnisse hängen unter anderem von Fahrzeug, Fahrprofil, Betriebszustand und Fahrverhalten ab.

Je nach Einsatzprofil können mögliche Effizienz- und Wartungsvorteile einen Teil des Preisunterschieds zu fossilem Diesel ausgleichen. Eine Bewertung der Gesamtkosten sollte für die jeweilige Flotte individuell erfolgen.

Zur vollständigen Studie

Eine Lösung für Unternehmen: Treibhausgasbilanz und Effizienz

Unternehmen müssen zunehmend Nachhaltigkeitskennzahlen offenlegen. Die produktspezifischen Nachhaltigkeitsnachweise von HVO100 können sie bei der Erfassung und Dokumentation bestimmter Treibhausgasdaten unterstützen.

HVO100 als Lösung für Bestandsflotten

Bestehende Fahrzeugflotten werden noch viele Jahre eingesetzt. HVO100 kann bei entsprechender Herstellerfreigabe ohne Anschaffung neuer Fahrzeuge und in vielen Fällen ohne technische Umrüstung genutzt werden.

Für Branchen wie Bau, Logistik, Entsorgung, Schifffahrt, Landwirtschaft oder kommunale Dienste bietet HVO100 eine unmittelbar einsetzbare Möglichkeit zur Minderung der bilanzierten Treibhausgasemissionen aus dem Kraftstoffeinsatz. ROTH Energie bietet HVO100 in mehreren Regionen an und begleitet Unternehmen bei Umstellung und Versorgung.

Wirtschaftlich relevante Aspekte

  • Potenzial zur unmittelbaren Minderung der bilanzierten Treibhausgasemissionen
  • Potenziale zur Reduzierung des Wartungsaufwands
  • Mögliche Verbrauchsvorteile unter bestimmten Einsatzbedingungen
  • Individuelle Betrachtung der Gesamtkosten

Eine geringere Ablagerungsbildung kann abhängig von Motor, Einsatzprofil und Wartungskonzept den Reinigungs- oder Wartungsaufwand reduzieren.

In einzelnen Studien wurden unter bestimmten Bedingungen geringere Kraftstoffverbräuche festgestellt. Die Ergebnisse sind nicht allgemein auf andere Fahrzeuge oder Flotten übertragbar.

Fazit der HVO-Kraftstoff-Studie

Die HVO-Meta-Studie fasst den Forschungsstand zum Einsatz von HVO100 in bestehenden Fahrzeugflotten zusammen. Die ausgewerteten Untersuchungen zeigen, dass HVO100 abhängig von Rohstoffbasis, Herstellungsverfahren, Lieferkette, Motor und Betriebsbedingungen erhebliche Treibhausgasminderungen über den Produktlebenszyklus sowie eine geringere Rußpartikel- und Ablagerungsbildung erreichen kann.

Unternehmen können dadurch ihre bilanzierten Treibhausgasemissionen aus dem Kraftstoffeinsatz reduzieren, ohne zwingend neue Fahrzeuge anzuschaffen. Die konkret anrechenbare Minderung ergibt sich aus den produktspezifischen Nachhaltigkeitsnachweisen und der jeweils angewendeten Bilanzierungsmethode.

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